Andacht und Predigt

  

Andacht aus dem aktuellen Gemeindebrief

"Ene, mene muh, raus bist du,
raus bist du noch lange nicht, sag mir erst wie alt du bist. 1,2,3 ..."
„Ich und du, Müllers Kuh, Müllers Esel das bist du.“
„Ene mene ming mang, knieptang, ting-tang, use, buse eck und du bist weg.“


Welchen Abzählreim kennen Sie? Welchen haben Sie in Ihrer Kindheit gebraucht?  
Abzählreime sollen lustig sein, aber vor allem sollen sie jemanden auswählen.
Jemand soll übrig bleiben. Das ist allerdings auch die Kehrseite bei den Abzählreimen: alle bis auf einen bleiben auf der Strecke. Einer gewinnt, alle anderen verlieren. The winner takes it all.

Das kennen wir auch aus dem echten Leben: In der Schule und im Beruf –
Da zählt nur Leistung und Erfolg und Durchsetzen und wir – wir werden drauf getrimmt.

Gott ist anders. Da sind nämlich alle Gewinner. Da zählt keine Leistung, da gewinnen auch die Leistungsschwächeren. Da zählt nicht, wer Erfolg hat oder wer sich in der Firma durchsetzen kann. Bei Gott zählt, wer sich auf Gottes Liebe verlässt.
Die Leistung hat Gott am Kreuz schon für uns vollbracht, sodass auch kranke, behinderte, gesunde, einfache, schlaue, dicke, dünne Menschen geliebt werden, nicht nur die, die die Besten sind, sportlich oder gut aussehend.

In unserer Gemeinde können wir deshalb auch ganz anders handeln als in der Gesellschaft: Je mehr in der Gesellschaft von Leistung die Rede ist, desto weniger sollten wir davon reden. Je mehr Druck ausgeübt wird, desto weniger sollten wir ihn ausüben. Je weniger von Liebe und Wertschätzung die Rede ist, desto mehr sollten wir davon sprechen- und sie auch praktizieren.

Auch in unseren Familien. Denn da gibt es auch ganz viel Leistungsdenken. Wir sind ja alle darauf getrimmt. Bei unseren Kindern: „Wenn du deine Sachen ordentlich wegräumst, kriegst du auch einen Nachtisch.“ „Wenn du keine gute Note schreibst, bekommst du auch keine Umarmung.“ „Wenn du nicht lieb warst, kriegst du auch keinen Gutenachtkuss.“
Auch unter uns Eltern: „Wenn du mir keine Komplimente machst, werde ich nicht mit dir kuscheln.“ „Wenn du nicht mit mir kuschelst, schenke ich dir auch keine Rosen.“ „Wenn du mir nicht mal eine Rose schenkst kannst, werde ich dich auch nicht achten.“
Liebe gibt´s erst dann, wenn du auch was dafür geleistet hast. Bleibt die Leistung aus, gibt´s auch keine Zuneigung.

Vielleicht haben wir das ja selber so erlebt? Das ist schlimm - und falsch! Denn bei Jesus ist es anders – und deswegen soll es auch bei uns anders sein.
Kein Leistungsdenken, kein Wenn-dann. Sondern Liebe bedingungslos. Als Geschenk – für jeden.

Als Beispiel aus der Bibel fällt mir die Geschichte von der Begegnung von Jesus mit den Kindern ein. Die Jünger wollten sie aufhalten. Nicht zu Jesus lassen. Kinder sind zu gering für den Messias. Aber Jesus sieht das anders. Er sagt: Lasst die Kinder zu mir kommen. Denn solchen gehört das Reich Gottes.
Kinder als Vorbild? Aber die haben doch noch gar nichts in ihrem Leben erreicht? Die haben doch noch gar nichts geleistet? Eben! Genau deswegen nimmt sie Jesus ja an. Er stellt die Welt auf den Kopf. Nicht unsere Leistung zählt, sondern seine Liebe. Nicht unsere Frömmigkeit beeindruckt Jesus, sondern unsere Einsicht, dass wir ihm gegenüber eigentlich gar nichts zu bieten haben. Wir gehen nicht in die Gemeinde, weil wir fromm sind, sondern weil wir Sünder sind. Nicht das Pochen auf unsere Stärken bringt uns weiter, sondern dass wir ihm unsere Schwächen zeigen und sie von ihm füllen lassen.
Deshalb können wir ganz in Jesu Sinne auch anders reagieren als wir es in unserer Leistungsgesellschaft gewohnt sind. Oder in unseren Ehen. Oder in unseren Familien.

Zum Schluss mal ein etwas anderer Abzählreim, den ich beim Sommerfest des Kindergartens Müllenbach den Kindern erzählt habe:
„Bist du schwarz, bist du bleich- Jesus liebt uns alle gleich.
Bist du groß, bist du klein – Jesus möchte bei uns sein.
Willst du leben und viel lachen- Gott schenkt dir die tollsten Sachen.
Nimmt dich an, so wie du bist – ist echt wahr, das ist kein Mist.
1234567 – Jesus will uns alle lieben.
765-4321 – dein Herz ist mein und meins ist deins.“

Kai Berger
 

Predigt

Kanzel in der Ev. Kirche Marienheide
Kanzel in der Ev. Kirche Marienheide

Wer eine Predigt von Pfarrer Kai Berger gerne noch einmal nachlesen möchte, kann diese gerne zugemailt bekommen. Bitte melden Sie sich einfach unter kai.berger@ekir.de , dann wird Ihnen die gewünschte Predigt zugeschickt.

Hier finden Sie einige der vergangenen Predigten aus den Gottesdiensten in den Kirche Marienheide und Müllenbach direkt zum Anhören oder zum Download.

Gottesdienst zum 1.Advent

Ich kann nicht klagen
mittendrin Gottesdienst

Wie werde ich ein guter Leiter, König Josia??
„Königlich!“ Gottesdienstreihe zu den Königen Israels

Wie werde ich ein Mensch nach dem Herzen Gottes, König David?
„Königlich!“ Gottesdienstreihe zu den Königen Israels

Rahel und Lea, oder: wann ist mein Leben etwas wert?

"Der Prinz von Ägypten"-Moses und mein Ägypten

Gottesdienstreihe "7 Todsünden - 7 Lebensenergien": 7.Stolz

Gottesdienstreihe "7 Todsünden - 7 Lebensenergien": 5.GIER

Gottesdienstreihe "7 Todsünden - 7 Lebensenergien": 3.Völlerei

Gottesdienstreihe "7 Todsünden - 7 Lebensenergien": 2.Zorn

Gottesdienstreihe "7 Todsünden - 7 Lebensenergien": 1.Neid

 

 

Gottesdienst zum Reformationstag am 31.10.2017

Gottesdienstreihe „Expedition zur Freiheit“ Teil4: Allein die Schrift

Predigt zur Goldenen und Diamantenen Konfirmationam am 29.05.2016

Teil 7:
Die Mission des Paulus –
Oder: Wie Gottes Geist auch mich motivieren kann
Predigt zur Gottesdienstreihe am 22.05.2016

Predigt zur Konfirmation am 24.04.2015

Predigt am 17.04.2016

Teil 5:
Die Auferstehung Jesu –
Oder: Warum mein Glaube erstmal nichts verändert
Predigt zur Gottesdienstreihe am 27.03.2016

Teil 4:
Dunkelheit und Entsetzen –
Oder: Was ich davon habe, dass Jesus für mich gestorben ist
Predigt zur Gottesdienstreihe am 25.03.2016

 Teil 3:
Jesus provoziert –
Oder: Warum einfache Antworten nicht tragen
Predigt zur Gottesdienstreihe am 20.03.2016

Teil 2:
Jesus – mehr als ein Mensch?
Oder: Von meiner Begeisterung im Glauben und wie ich sie wieder beleben kann

Predigt zur Gottesdienstreihe am 13.03.2016

Teil 1:
Jesus – die Anfänge seines öffentlichen Wirkens
Oder: Von meinen Herausforderungen, Motiven und Zielen

Predigt zur Gottesdienstreihe am 06.03.2016