Ökumenischer Gottesdienst anlässlich der 600 Jahrfeier der Gemeinde Marienheide am 11. Juni 2017

Kirchtürme der evangelischen und der katholischen Kirche in Marienheide als Modell nachgebaut

„Aufstehn, aufeinander  zugehn“, unter diesem Motto fand der ökumenische Gottesdienst mit rund 450 Besuchern im Festzelt neben der Jahnhalle statt. Zunächst wurde die Jubiläumskerze durch die Padres Robert Rego und Ronald Dhason sowie Prädikantin Elke Bosch und Pfarrer Kai Berger gemeinsam entzündet.

Mitgestaltet wurde der Gottesdienst durch die Theatergruppe der Ev. Kirchengemeinde sowie alle Kirchenchöre unserer Gemeinden, die gemeinsam Lieder vortrugen.

In der Predigt von Pfarrer Kai Berger ging es um Jakob und Esau, zwei Brüder, die miteinander um die Gunst der Eltern konkurrierten. Letztlich führte dies dazu, dass einer der Brüder fortging. - Die Kirchen konkurrierten miteinander und trennten sich. Keiner hat es verhindert, keiner ist auf den anderen zugegangen.

Jakob erlebte viel in seinem Leben. - In den Kirchen erlebte man auch viel, aber man lebte nebeneinander her.

Nach 20 Jahren merkte Jakob, dass ihm etwas fehlte, er hatte die Trennung nicht verarbeitet und ging zurück. Sein Handeln war von Misstrauen bestimmt gewesen, aber er war auch mutig, indem er aufstand und auf seinen Bruder zuging. Esau kam seinem Bruder auch entgegen. – Wir Christen in Marienheide sollen uns liebevoll begegnen, denn wir sind von Gott reich beschenkt mit seiner Liebe. Und wir sollen auf alle anderen Menschen zugehen und diese Liebe weitergeben, großzügig sein, Fremde einladen, etwas Gutes sagen, Hilfe anbieten, für Ehrenämter zur Verfügung stehen, Unrecht beim Namen nennen, uns entschuldigen, Fremde zu Gottesdiensten einladen…

Im Gottesdienst wurde auch ein „ökumenischer Stuhl“ präsentiert. Er soll von Mitgliedern der Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinden gemeinsam gestaltet werden. Der Stuhl verweist auf Gott, der auf dem Thron sitzt. Sein Wort sollen wir weitergeben. Wir wollen nicht zwischen zwei Stühlen sitzen, auch nicht zwischen evangelisch und katholisch.
Jeder Besucher konnte nach dem Gottesdienst seinen Namen auf den Stuhl schreiben und damit bekunden, dass er in Marienheide einen geistlichen Wohnsitz gefunden hat und seinen Glauben aufgeschlossen und einladend leben will.

Nach dem Gottesdienst erhielt jeder einen Luftballon, der vor dem Festzelt von allen Besuchern gleichzeitig in den Himmel geschickt wurde. Ein wunderbares Bild: Wir sind eine bunte Vielfalt von Menschen in unserer Gemeinde mit gemeinsamen Zielen.

Anschließend gab es Mittagessen und Kaffetrinken, wobei sich alle noch weiter auf dem Festzeltgelände austauschen konnten.

Text: Anette Kropsch

Fotos vom Ökumenischen Gottesdienst

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