Weihnachtliche Klänge in Müllenbach

MGV Müllenbach veranstaltete Konzert in der evangelischen Kirche

Man wolle sich eben gemeinsam überraschen lassen, wies Volker Appelt, der Vorsitzende des MGV Müllenbach in seinen Grußworten an das Publikum im wieder einmal voll besetzten Kirchenschiff auf das Fehlen eines Programmheftes hin. Zusammen mit seinen Gästen an diesem Nachmittag, den Lantemicker Männersängern und der Solistin Lisa Nötzel präsentierte der MGV denn auch eine bunt gemixte Liedmischung, die tatsächlich die ein oder andere Überraschung bereit hielt.

Zunächst waren es die Müllenbacher selbst, die unter der souveränen Leitung von Ralf Zimmermann mit einem sehnsuchtsvollen alpenländischen "Weit, weit weg" von Lorenz Maierhofer die ersten Akzente setzten. Die Schönheit der Erde beschrieben sie überzeugend mit dem englisch vorgetragenen "For the beauty of the earth" des Hofkomponisten der Queen, John Rutter. Berührend dann das moderne "Vater unser" der viel zu früh verstorbenen Hanne Haller, das mit der Aufforderung, den Glauben aus Kinderaugen zu betrachten dem Publikum sichtlich unter die Haut ging.

Der MGV Müllenbach hat zum jährlichen Weihnachtskonzert in die Kirche Müllenbache eingeladen

Die noch unter ihrem kürzlich abgelegten alten Namen MGV Lantenbach angekündigten Lantemicker Männersänger mit ihrem Chorleiter Joschi Kottmann knüpften zunächst mit einem weiteren Lied von Maierhofer "Hallelujah, Gott ist mit uns" trotz recht kleiner Sängerzahl kraftvoll an die vorherigen Stücke an. Einen deutlichen Themenwechsel vollzogen sie dann mit zwei Liedern von Max Raabe "Für Frauen ist das kein Problem" und "Küssen kann man nicht allein" ganz ohne weihnachtlichen oder kirchlichen Bezug. Da war es fast zu erwarten, dass der lebhafte Vortrag auf ein etwas geteiltes Echo bei den Zuhörern stieß. Mit "Heimweh" von Freddy Quinn (So schön, schön war die Zeit) beschlossen die Lantenbacher ihren ersten Teil dann aber wieder etwas ruhiger.

Unter ihrem neuen Namen traten die Lantemicker Männersänger auf

Die Marienheider Sängerin Lisa Nötzel präsentierte auch ein selbst komponiertes Weihnachtslied

Recht poppig und dennoch auf ganzer Linie weihnachtlich gestimmt war der Auftritt der jungen Marienheider Solistin Lisa Nötzel. Mit dem besonders durch Bing Crosby bekannten "White Christmas" von Irving Berlin und dem allgegenwärtigen "Last Christmas" der Popgruppe Wham bereicherte sie mit ihren Interpretationen das Konzert ebenso wie mit dem unter die Haut gehenden "Hallelujah" des kürzlich verstorbenen Leonard Cohen.

Wohltuend besonders für die seitlich sitzenden Zuhörer dabei auch ihre Bühnenperformance, die dadurch zumindest einen der Akteure auch während des Vortrags mal von vorne präsentiert bekamen. Dass sie auch als Songwriterin bestehen kann, bewies Lisa Nötzel abschließend mit ihrer deutschen Eigenkomposition "Weihnachten mit Kinderaugen sehen". In dem schönen Stück erinnerte sie sich an die Spannung und die unbelastete Vorfreude auf das Weihnachtsfest in der Kindheit.

Diesen weihnachtlichen Faden griffen die Lantenbacher in ihrem zweiten Teil ebenfalls auf und sangen vom "Weihnachtszauber" im "Winter wonderland" bei der "Petersburger Schlittenfahrt". Dabei setzte die außergewöhnliche Gedichteinführung in dieses Lied einen angenehmen Kontrapunkt zu dem munteren Gesang, der von Joschi Kottmann und Herbert Höfer gleich vierhändig am Klavier begleitet wurde. Ganz volkstümlich verabschiedete sich der Lantemicker Männersang schließlich mit "Leise rieselt der Schnee" und machte nochmals Platz für den gastgebenden MGV Müllenbach.

Dynamisch und ausgewogen erklang dessen "Trommellied", in kölschem Dialekt und Chorsatz von Konrad Ossig "Weihnachten bei Dir" und gospeltypisch rhythmisch "Oh Lord". Und auch das ergreifende kölsche Stück der Höhner "Die Türme vom Dom", das seit Jahren bei keinem weihnachtlichen Auftritt des MGV fehlen darf, wurde wieder sehr einfühlsam mit Tenor Stefan Weidemann als Solist vorgetragen.

Nachdem mit "Pater noster" dann auch die fällige Zugabe geliefert wurde, war das spürbar zufriedene Publikum zusammen mit allen Akteuren zum Schluss selbst gefordert. Weil es ja kein Programmheft gab, wurde "Oh du fröhliche" eben ohne Textvorlage auswendig gesungen. Und sogar das klappte überraschend problemlos und harmonisch.

Text und Fotos: MGV Müllenbach

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