Das 4te Musketier Vater-Sohn-Wochenende in den Ardennen

„Einer für alle - alle für einen“
ist der Grundgedanke, der auch hinter der 4ten Musketierbewegung steht. Alle für den einen König, zu dessen Königskindern man sich als Christ zählen darf. Und es geht um Männer oder genauer, um echte Kerle, die durch ihren Mut und kompromisslosen Einsatz etwas Gutes bewegen wollen.

In der Regel sind diese Abenteuerwochenden erwachsenen Männern vorbehalten. Doch nun gab es für Deutschland erstmalig ein besonderes Angebot: Ein Vater-Sohn-Wochenende in den Ardennen. Väter und Söhne sollten sich näherkommen.

Das Vorbereitungstreffen am 11. September war vielversprechend und das Wetter war für Außenaktivitäten perfekt. Ein herrlicher Spätsommertag, eher etwas zu heiß und zu trocken. Und so war ich spätestens beim abschließenden Grillabend davon überzeugt, dass die Entscheidung, mich mit meinem Sohn hierfür angemeldet zu haben, goldrichtig war.

Als es dann kurz vor der Abreise um das Zusammenstellen der Ausrüstung ging, wurde ich langsam nervös. Das Wetter hatte sich verschlechtert und auch die Packliste machte deutlich, dass der Ausflug wohl kein Spaziergang werden würde. Einen Klappspaten sollte ich gegen das gemütliche Badezimmer eintauschen?

So wie die Wettervorhersage für die Ardennen jeden Tag bescheidener ausfiel, so sank auch mein Wille, mich auf den Weg zu machen. Letztendlich saß ich mit den anderen doch im Gemeindebus und beobachtete argwöhnisch die Wolken, die mit jedem Kilometer, den wir uns unserem Ziel näherten tiefer und dichter wurden. Schon als wir ausstiegen war mir klar, dass unsere Ausrüstungen für eine solch feuchte Kälte eher ungeeignet war.

Nach der Begrüßung, die gänzlich ohne Hinweise auf das, was uns erwarten sollte auskam, mussten alle elektronischen Geräte abgegeben werden. Dies gelang den Vätern meist besser als den Söhnen. Dennoch fühlte auch ich mich etwas nackt ohne mein Telefon. Nur die Kopflampen blieben uns erhalten, die wir schon einschalteten als wir vom Treffpunkt im seichten Nieselregen in die kalte Dunkelheit der Ardennen stolperten.

Über das, was wir dann erlebt haben, haben wir Musketiere gelobt nicht allzuviel zu erzählen, denn auch für unsere Nachfolger soll das Abenteuer noch ein Abenteuer sein. Aber so viel will ich verraten: Uns haben die Ardennen nach zweieinhalb Tagen verändert wieder ausgespuckt. Äußerlich durchfroren und verdreckt, durch Schlafentzug und harten Einsatz in Mitleidenschaft gezogen, aber mit dem Wissen, den Mut für viele körperliche Anstrengungen aufgebracht zu haben.

Innerlich bereichert durch viele biblische Denkanstöße, die das Verhältnis zwischen Vater und Sohn beleuchteten, und beschenkt durch mutige Bekenntnisse der „Leidensgenossen“. Jetzt ausgestattet mit der Gewissheit, dass man den Mut aufbringen kann seinen Weg als Christ entschlossen zu gehen.

Den Mut, auch ein 4ter Musketier zu werden, wünsche ich noch vielen Vätern und Söhnen.

Stephan Berges

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